Die parentale Ernährung

October 6th, 2010

Die parentale Ernährung ist eine nicht selten lebenserhaltende Maßnahme, bei der der Magen-Darm-Trakt umgangen wird. Diese Vorgehensweise wird bei Patienten angewandt, die nicht ausreichend enteral (oral oder über eine Magensonde) ernährt werden können. Dies kann zum Beispiel bei akuten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder nach Operationen sinnvoll sein.

Die Versorgung mit Nährstoffen erfolgt über eine Speziallösung intravenös. Hierbei ist es wichtig, dass ein zentraler Venenkatheter in eine der großen Venen des Körpers infuniert wird, da hier die Wahrscheinlichkeit einer Entzündung der Vene oder Schmerzempfinden durch die hochkonzentrierte Lösung sehr gering gehalten wird. So ist es gar möglich, den Patienten über lange Zeit auf diesem Wege zu ernähren. Ein periphervenöser Zugang reicht nur dann aus, wenn kurzfristig Flüssigkeit, Kohlenhydrate und Elektrolyte zugeführt werden sollen. Die Speziallösung besteht aus allen wichtigen Nahrungsbestandteilen, welche in ihre molekularen Bestandteile zerlegt wurden: Wasser, Elektrolyte, Kohlenhydrate, Fett, Aminosäuren, Vitamine und Spurenelemente. Die Verhältnisse innerhalb der Lösung und die Menge richten sich nach der konkreten Krankheit bzw. nach dem Energiebedarf des Patienten. Die Flüssigkeit gelangt direkt ins Blut und wird dort in Baustoffe und Energie umgewandelt.

Bei der parentalen Ernährung kann es zu Komplikationen kommen. Unter anderem können lokale und systematische Infektionen und Venenthrombosen auftreten. Zu Komplikationen im Stoffwechsel kommt es bei fehlerhafter Nährstoffzufuhr. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Komplikationen kann stark verringert werden, wenn regelmäßig Kontrollen der Laborparameter durchgeführt werden und grundsätzlich eine sterile Handhabung erfolgt.

Aufgrund der zum Teil schweren Komplikationen und den erheblich höheren Kosten ist der parentalen immer eine enterale Ernährung vorzuziehen. Dies kann natürlich nur geschehen, wenn es das Krankheitsbild des Patienten zulässt.

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